OTeV baut auf ihre Doppelstärke

2. BUNDESLIGA - Lasse Muscheites und Stefan Seifert kämpfen mit Team um Aufstieg (Bild: Piet Meyer)
[2020-09-11]
OTeV baut auf ihre Doppelstärke
Der eine ist ein extrovertierter Typ, der andere eher introvertiert – zusammen kämpfen Lasse Muscheites und Stefan Seifert an diesem Samstag mit dem OTeV um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Eine spezielle Wiedervereinigung gibt’s an diesem Samstag, wenn der OTeV ab 11 Uhr auf der Tennis-Anlage am Johann-Justus-Weg gegen den TC BW Berlin um die Regionalliga-Meisterschaft und den Zweitliga-Aufstieg spielt. Spitzenkraft Stefan Seifert (35) hat sich für das Duell mit Hauptstadt-Club fit gemeldet und könnte nach verletzungsbedingter Auszeit nicht nur im Einzel, sondern mit seinem kongenialen Partner Lasse Muscheites (24) auch im Doppel für wichtige Fünkchen und Pünktchen sorgen.

Der Zusammenschluss

Seitdem Muscheites (24) 2019 zurück aus den USA gekommen ist, wo er in Jacksonville (Florida) studiert und Tennis gespielt hatte, stand das Duo achtmal in Punktspielen als Doppel auf dem Platz und gewann siebenmal. „Da es in der Liga so gut mit uns funktioniert hat, habe ich Stefan gefragt, ob wir nicht mal gemeinsam auf der Tour spielen wollen“, erzählt Muscheites. „Ich habe gefragt, warum nur eins – lass uns doch immer zusammenspielen“, ergänzt Seifert.

Die Harmonie

Bei internationalen Turnieren stand das Duo in der Folge fünfmal im Finale und feierte drei Siege auf ITF-Ebene. „Wir ergänzen uns gut und haben viel Spaß auf dem Platz. Ich bin eher der introvertierte Typ, Lasse ist extrovertiert. Zwei vom gleichen Typ auf dem Platz – das würde wohl nicht funktionieren“, sagt Seifert, der die Grundlinie bevorzugt, während Muscheites lieber seine Stärken am Netz ausspielt. Nach dem letzten ITF-Triumph im vergangenen Februar ging’s in die USA, um dort sechs Wochen lang Turniere zu spielen – doch die Corona-Krise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Die Eltern-Angst

30 Jahre ist es nun schon her, dass Seifert erstmals auf dem Tennisplatz stand. Was nicht wundert, da sein Elternhaus direkt neben der Bezirkssportanlage in Hannover lag und zu der Zeit dank Boris Becker in Deutschland gerade das Tennis-Fieber grassierte. „Ich habe in der Wohnung gespielt und den Ball immer gegen die Tür geschlagen. Da war es für meine Eltern auf Dauer wohl billiger, mich zum TV GW Hannover zu schicken“, erzählt der 35-Jährige grinsend.

Das Wechselspiel

Nachdem er für den HTV Hannover in 2. Liga wie Regionalliga gespielt hatte und dann zwei Jahre für Bundesligist BW Neuss aktiv gewesen war, kam Seifert erstmals zum OTeV. Nach zwei Jahren zog es ihn nach Lehrte, aber vor vier Jahren kam der Routinier wieder nach Oldenburg. Hier hat er auch BWL für Spitzensportler studiert, nachdem er zwischendurch sein Abitur nachgeholt hatte. Zu seinen größten Erfolgen gehören DM-Einzel-Silber 2007 und Platz 228 in der Weltrangliste in 2012.

Der USA-Aufenthalt

Muscheites war als Teenager aus Rastede nach Oldenburg gewechselt, wo er in der U 18 mit Platz vier seine höchste Platzierung in der deutschen Jugendrangliste erreichte. Je zweimal wurde er in der Zeit DM-Sieger mit der Mannschaft und im Doppel. Nach dem Abi (Schnitt: 1,8) ging es 2014 nach Jacksonville zum Studieren („International Business“) und zum Tennisspielen. Dort schaffte er es in der landesweiten College-Doppelrangliste bis auf Rang zwei.

Das Profidasein

Zurück in Deutschland wollte es Muscheites doch noch mal auf dem Tennisplatz wissen. „Ich wollte es wenigstens mal versucht haben, als Tennisprofi die Tour gespielt zu haben“, erzählt der 24-Jährige, für den auf ITF-Ebene als größter Erfolg im Einzel der Einzug ins Halbfinale bei einem Turnier im Herbst 2019 Jahr in Estland notiert ist. Dort gelang auch der zweite Doppel-Triumph mit Seifert. In diesem Herbst geht Muscheites ins englische Nottingham, um dort seinen Master zu machen – und Tennis zu spielen. Vorher will er aber mit dem OTeV den Zweitliga-Ausstieg perfekt machen.

Bericht von Bernd Teuber und Jan Zur Brügge (NWZ 11.09.2020)

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