So dramatisch lief das Aufstiegsfinale

RÜCKKEHR IN 2. BUNDESLIGA - OTeV besiegt BW Berlin 6:3 – Oldenburger Doppel sorgen parallel für Jubel (Bild: Piet Meyer)
[2020-09-14]
So dramatisch lief das Aufstiegsfinale

In einem wahren Herzschlagfinale haben die Tennisspieler vom Oldenburger TeV am Samstag den Traum von der Rückkehr in die 2. Bundesliga Nord perfekt gemacht. Beim Stand von 4:3 im „Endspiel“ gegen den TC BW Berlin um die Meisterschaft in der Regionalliga Nord-Ost und den damit verbundenen Aufstieg standen zwei Doppel auf Messers Schneide. Florian Barth und Michel Dornbusch waren es schließlich, die mit einem 0:6, 7:6, 12:10 gegen die Tschechen Petr Nouza und Patrik Rikl für große Begeisterung auf der aufgrund der Corona-Vorgaben mit nur 250 Zuschauern gefüllten Anlage am Johann-Justus-Weg sorgten. Sekunden später machten Vincent Stouff und Mattis Wetzel mit einem 6:3, 6:7, 10:8 gegen Laslo Urrutia Fuentes und Dominik Manns den 6:3-Sieg perfekt.

Der Rückstand

„Wir brauchen drei Siege aus den Einzeln. Dann sind wir im Rennen, da wir im Doppel die Fighter sind“, hatte OTeV-Trainer Daniel Greulich nach den ersten drei Spielen gesagt. Da stand es 2:1 für den leicht favorisierten und mit vier tschechischen Verstärkungen angetretenen Hauptstadt-Club. Lasse Muscheites hatte ein 2:6, 1:6 gegen Robin Stanek kassiert, ehe Alexander Meyer mit einem 6:3, 6:4 gegen Manns ausglich. „Ganz großartig“, meinte Greulich. Die Freude währte aber nicht lange, da auch der Franzose Stouff in seinem ersten Saisonspiel für den OTeV Nouza 4:6, 3:6 unterlag.

Der Doppelschlag

Barth sorgte mit einem sehr clever herausgespielten 6:4, 6:3 gegen Rikl für das 2:2, ehe Kapitän Dornbusch an Position fünf durch ein 6:1, 7:6 gegen Urrutia Fuentes den vom Trainer geforderten dritten Punkt holte und den OTeV beim Stand von 3:2 erstmals in Führung brachte. Es war der 19. Sieg im 19. Punktspiel in diesem Jahr für Dornbusch. „Er spielt zu wenig Turniere und steht deshalb so weit hinten in der Aufstellung – eigentlich ist das nicht gut, aber in diesem Fall war es vielleicht gold wert. Die Siege an den Positionen vier und fünf wollten wir unbedingt haben“, sagte Greulich.

Die Brillanz

Schwerstarbeit war für Stefan Seifert gegen den Spitzenspieler aus dem Tschechen-Quartett angesagt. Die Nummer eins des OTeV verlor gegen Michael Vrbensky Satz eins 4:6, wehrte im zweiten beim Stand von 4:5 sieben Matchbälle ab und zwang den Gegner durch ein 7:6 in den Entscheidungsdurchgang. „Das war vielleicht das hochklassigste Match, das ich jemals auf dieser Anlage gesehen habe“, meinte Greulich, dessen 35-jähriger Schützling sich aber trotz des brillanten Auftritts im Match-Tie-Break 8:10 geschlagen geben musste. So ging es mit einem 3:3 in die drei abschließenden Doppel-Begegnungen.

Das Erfolgsduo

Hier dominierten Muscheites und Seifert gegen Stanek und Vrbensky, gegen die sie ihre Einzel verloren hatten, nach Belieben und siegten 6:1, 6:2. „Sie sind als Doppel einfach grandios – das passt einfach“, meinte Greulich, dessen Nervenkostüm durch den Verlauf auf den beiden anderen Plätzen ordentlich belastet wurde.

Die Dramatik

Dornbusch und Barth wirkten beim 0:6 im ersten Satz gegen Nouza und Rikl chancenlos. Es sah jedoch so aus, dass Stouff und Wetzel es richten würden. Urrutia Fuentes und Manns wehrten aber einen Matchball ab und erzwangen den Match-Tie-Break, den auch Barth und Dornbusch mit einer Leistungssteigerung erreichten. Quasi im Parallelflug ging es auf die Entscheidung zu, die letztlich zugunsten des OTeV fiel. „Das hätte auch nach hinten losgehen können“, meinte Greulich, als er wieder atmen konnte: „Es ist einfach nur toll, wie die Jungs unseren Traum real gemacht haben.“

Bericht von Bernd Teuber (NWZ 14.09.2020)

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